Am Samstag, den 14. September 2019 wühlten sich zehn Männer durch den Dirt der Halde Lohberg in Dinslaken. Aber sie holten keine Kohle aus dem Berg, sie suchten bei strahlendem Sonnenschein und begeisterten Fans ihren Meister auf dem Cross-Motorrad. Bei Red Bull Dirt Diggers traten die international besten Motocrosser auf einem der weltgrößten Freeride-Parcours an, um den besten Allrounder ihres Sports zu ermitteln. Und dabei sollte Freestyle-Geschichte geschrieben werden, denn es hagelte Weltpremieren wie einen Contest Double Backflip über den Dirt Takeoff. Gold holte sich der deutsche FMX-Terminator Luc Ackermann, der sich in allen drei Contests zum Sieg trickste. Auf Rang drei hatte ein weiterer Deutscher gut lachen: Kai Haase aus Berlin musste sich nur Luc und dem Zweitplatzierten David Rinaldo (FRA) geschlagen geben.

Vom: 17.09.2019 // Kategorie: Freizeit, Sport | SMAG OpenAir-Guide

Die zehn besten internationalen Rider beim ultimativen Freestyle Motocross Event
Luc Ackermann holt Gold bei Red Bull Dirt Diggers

Auf dem sechs Hektar großen Parcours waren die 10 Freestyle Sportler aus sieben Nationen in drei Kategorien gefordert: Beim »Snake Run« mussten sie eine glatte und fließende Line von Freeride-Sprüngen absolvieren. In der FMX-Sektion »Compound« katapultierten sie sich über Rampen zu spektakulären Sprüngen. Beim »The Big Dogs« Jump konnten die Zuschauer besonders weite Sätze bestaunen.

Los ging es im »Snake Run«. Hier waren nicht primär spektakuläre Tricks gefordert, sondern die Judges wollten vor allem »smoothe« Runs mit eigenen Lines sehen. Hier wusste der Berliner Kai Haase zu überzeugen, der eine völlig eigenständige Linie kreierte. Das wurde mit dem zweiten Platz honoriert.

Der Australier Pat Bowden wollte eher mit Ticks punkten und zog einen übermäßig gestreckten Tsunami Flip über den Step Up Takeoff. Den konnte er aber nicht landen und fiel zurück. Der zweite Boy von »Down Under« Jarryd McNeil zeigte fette Whips und eine fließende Line. Das sicherte ihm den dritten Platz.

Dann ließ es Luc Ackermann krachen. Gleich zum Auftakt einen Double Backflip über den Step up Dirt Kicker. Den stürzte er aber und ließ die Zuschauer innehalten. Doch der Thüringer sprang sofort wieder auf seine Husqvarna, versuchte die doppelte Rotation erneut und landete sie perfekt. WeltpremiereErste Doppelschleife über einen Sandabsprung im Wettbewerb.

Der Gewinner Luc Ackermann bei einem spektakulaeren Jump
Luc Ackermann sorgte für Herzattacken bei den Zusachauern

Die FMX-Sektion eröffnete Pat Bowden, der gleich zwei Frontflips raushaute, einen als No Hand und den zweiten als Seatgrab Indy Frontflip. Das und seine bestmöglich gestreckten Flips hievten ihn auf den zweiten Platz im FMX-Ranking.

Davon hätte ihn eventuell David Rinaldo verdrängen können, der als einziger Fahrer im Feld einen Body Varial (Körperdrehung neben dem Motorrad) sowie den »Rock Solid Flip« sprang. Als Krönung wollte der Franzose noch den Ruler Frontflip zeigen, doch bei dem stürzte Rinaldo und rutschte so hinter Pat Bowden zurück.

Für einen der Best Moments im FMX-Parcours sorgte Jarryd McNeil, der einen One Hand Takeoff Whip To No Hand auspackte. Den FMX-Part beendeten die beiden deutschen Sportler. Erst überzeugte Kai Haase mit Tricks wie dem Lazy Flip, Cordova Flip (Rotation mit durchgestrecktem Körper und Füßen unter dem Lenker) oder Super Flip. Damit sicherte er sich die zwischenzeitlich dritte Position in der Gesamtwertung. Doch für fast Herzattacken bei den Zuschauern sorgte erneut der deutsche FMX-Terminator Luc Ackermann.

Mit Vollgas ging es auf die erste Rampe und wieder crashte er beim ersten Trick. Doch selbst das konnte den 21-Jährigen nicht stoppen. Kurz geschüttelt, rauf auf die Maschine und mal eben No Hand Frontflip, Double Backflip, Clicker Superflip, Flair (540er Drehung), Holygrab (freihändig über dem Motorrad fliegen), Seatgrab Flip und Ruler Flip gesetzt. Das ließ auch die Judges nicht unbeeindruckt, die ihn auch bei der zweiten Stage auf Platz 1 sahen.

Luc Ackermann ueberzeugte von Anfang an mit seinen grandiosen Spruengen
Das große Finale

Das große Finale der Red Bull Dirt Diggers folgte auf dem Big Dog Parcours. Hier hatten die Fahrer 15 Minuten Zeit, um über große Distanzen von bis zu 40 Meter Tricks zu zeigen. Alle Sportler glänzten mit Whips, Upside Tricks und Transfersprüngen. Doch einige sollten auch hier Backflips auspacken. So ließen der Belgier Gilles Dejong und Jamie Squibb aus England die Besucher »ausflippen«.

Auch Kai Haase und David Rinaldo zeigten Rotation und schwierige Stunts über die langen Distanzen. Doch auch der dritte Parcours wurde letztlich von einer Person dominiert – Luc Ackermann. Der Deutsche flippte einfach mal locker über 40 Meter als wäre das nichts. Das wagte kein anderer und somit ging auch die dritte Stage an Ackermann, der mit 811 Punkten souveräner Gesamtsieger der ersten Red Bull Dirt Diggers wurde.

Silber ging an David Rinaldo und Bronze an den zweiten Deutschen, Kai Haase. Pat Bowden musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen, konnte sich aber dennoch über die »Best Trick Prämie« für seinen Seatgrab Frontflip freuen. Die Trophäen für »Best Whip« ging an Jarryd McNeil und »Best Moment« an Luc Ackermann für den Dirt Takeoff Double Backflip.

Mit der Premiere in Dinslaken ist Red Bull Dirt Diggers zum Ursprung der Sportart zurückgekehrt und bot Ridern mit unterschiedlichem sportlichen Hintergrund eine anspruchsvolle Plattform, um sich zu messen. Mit einem »Grand Slam« ist das Luc Ackermann am besten gelungen, der sich zum Red Bull Dirt Diggers Gesamtsieger krönte.

Kai Haase auf seinem Weg zu Platz 3
Rankings Red Bull Dirt Diggers 2019

Overall Ranking Red Bull Dirt Diggers 2019
01. Luc Ackermann, GER, Husqvarna, 811 Points
02. David Rinaldo, FRA, Yamaha, 759 Points
03. Kai Haase, GER, Suzuki, 733 Points
04. Pat Bowden, AUS, Yamaha, 721 Points
05. Gilles Dejong, BEL, KTM, 697 Points
06. Jarryd McNeil, AUS, Yamaha, 695 Points
07. Jamie Squibb, GBR, Kawasaki, 694 Points
08. Colby Raha, USA, Yamaha, 658 Points
09. Brody Wilson, USA, Honda, 649 Points
10. Maikel Melero, ESP, KTM, DNS

Results Snake Run - Freeride
01. Luc Ackermann, GER, Husqvarna, 267 Points
02. Kai Haase, GER, Suzuki, 257 Points
03. Jarryd McNeil, AUS, Yamaha, 243 Points
04. Jamie Squibb, GBR, Kawasaki, 236 Points
05. Gilles Dejong, BEL, KTM, 234 Points
06. David Rinaldo, FRA, Yamaha, 233 Points
07. Colby Raha, USA, Yamaha, 229 Points
08. Brody Wilson, USA, Honda, 212 Points
09. Pat Bowden, AUS, Yamaha, 206 Points
10. Maikel Melero, ESP, KTM, DNS

Results Compound – FMX Stage
01. Luc Ackermann, GER, Husqvarna, 274 Points
02. Pat Bowden, AUS, Yamaha, 269 Points
03. David Rinaldo, FRA, Yamaha, 262 Points
04. Kai Haase, GER, Suzuki, 224 Points
05. Jamie Squibb, GBR, Kawasaki, 221 Points
06. Brody Wilson, USA, Honda, 212 Points
07. Jarryd McNeil, AUS, Yamaha, 212 Points
08. Gilles Dejong, BEL, KTM, 205 Points
09. Colby Raha, USA, Yamaha, 198 Points
10. Maikel Melero, ESP, KTM, DNS

Results Big Dogs
01. Luc Ackermann, GER, Husqvarna, 270 Points
02. David Rinaldo, FRA, Yamaha, 264 Points
03. Gilles Dejong, BEL, KTM, 258 Points
04. Kai Haase, GER, Suzuki, 252 Points
05. Pat Bowden, AUS, Yamaha, 246 Points
06. Jarryd McNeil, AUS, Yamaha, 240 Points
07. Jamie Squibb, GBR, Kawasaki, 237 Points
08. Colby Raha, USA, Yamaha, 231 Points
09. Brody Wilson, USA, Honda, 225 Points
10. Maikel Melero, ESP, KTM, DNS

Der US-Amerikaner Brody Wilson bei einem Jump auf der Halde Lohberg
Red Bull Events im Web:
Website: www.redbull.com/de-de
Facebook: www.facebook.com/redbullevents
Facebook-Event: www.facebook.com/events/1254752538039573

Fotos: Flo Hagena (2), Kai Brake (1), Sebastian Marko (2), Red Bull Olliver Franke (1)

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